23.03.2021

Warum gibt es Produktionsschulen?

Robin Naumann (auf dem Foto links) ist 19 Jahre alt und hatte aufgrund einiger privater Probleme mit 15 Jahren die Schule hingeschmissen. „Ich war vorher ziemlich ziel- und antriebslos. Ich hatte aber das Gefühl, dass ich diese Auszeit brauchte“, so Robin Naumann.

Ohne Orientierung, was er zukünftig machen möchte, kam Robin Naumann dann im März 2020 in die Produktionsschule Leipzig und arbeitete hier bis Ende August 2020 im Werkstattbereich Küche. Das pädagogische Konzept der Produktionsschule setzt auf die Förderung von Lernmotivation durch die Erfahrung, an einem Produkt oder einer Dienstleistung maßgeblich beteiligt zu sein. Deshalb erleben Teilnehmer*innen in der Produktionsschule Lernsituationen in alltagstauglichen Arbeitsprozessen. Die Jugendlichen gewinnen wieder an Selbstvertrauen, können ihre Stärken erkennen und einbringen und werden in die Lage versetzt, ihr berufliche Zukunft und ihr Leben selbstständig und eigenverantwortlich zu planen und zu gestalten.

„Die Produktionsschule hat mir geholfen und einen ersten Weg geebnet, um den Schulabschluss nachzuholen. Das hat mir wieder positive Energie gegeben. Am besten gefallen hat mir, dass ich zum Beispiel gelernt habe, Gerichte zu kochen und vegane Aufstriche herzustellen, die ich auch heute noch zuhause zubereite. Auch die Kolleg*innen und den Werkstattpädagogen Herrn Rieger fand ich ganz toll. Er hatte immer ein offenes Ohr für alle Probleme oder Wünsche. Das Arbeiten im Team dort hat mir wirklich großen Spaß gemacht.“

Ein Ziel der Arbeit in der Produktionsschule ist es, die Teilnehmer*innen wieder an einen normalen Tagesablauf zu gewöhnen, ihnen durch feste Arbeitszeiten und Routinen einen Anker im Leben zu geben. „Die Zeit in der Produktionsschule hat mich wachgerüttelt, schnell habe ich mich wieder an einen normalen Tagesrhythmus gewöhnt, erlangte einen Einblick in das Berufsleben und ich habe gelernt, besser zu kommunizieren und so teamfähig zu arbeiten“, so Robin Naumann.

Neben der sozialen Stabilisierung ist die berufliche und schulvorbereitende Qualifizierung eine wichtige Grundlage in der Produktionsschule. Robin Naumann hat die Produktionsschule mit einem Ziel vor Augen verlassen.

Aktuell nimmt Robin Naumann an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teil, um dann einen Realschulabschluss nachzuholen und anschließend eine Berufsausbildung zu beginnen - am liebsten im Immobilienbereich, zum Beispiel in einer Hausverwaltung.

„Ich kann nur den Tipp geben, immer positiv zu bleiben. Es gibt immer einen Weg und manchmal braucht es einfach seine Zeit. Fehler zu machen ist nicht schlimm. Man sollte Hilfe in Anspruch nehmen und sich beraten lassen, welche Möglichkeiten es gibt, um sich beruflich oder schulisch zu entwickeln“, so Robin Naumann.

Foto v.l.n.r.: Robin Naumann, Lisa Göricke und Werkstattpädagoge Max Rieger in der Küche der Produktionsschule

https://www.jugend-und-erziehungshilfe.de/jugendberufshilfe/produktionsschule/kueche/

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Christine Heuer

Christine Heuer

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