Ziel war es, die Befragung stärker an den Erfahrungen und Perspektiven der Adressat*innen auszurichten und sie als praxistaugliches Instrument für die Qualitätsentwicklung zu etablieren. Im Mittelpunkt stehen die vier Themenbereiche Sicherheit, Wirksamkeit, Partizipation und Zufriedenheit.
Um diese Themen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, wurden elf Interviews mit Fachkräften und Adressat*innen aus allen fünf Abteilungen des Jugend- und Erziehungshilfeverbundes* geführt und qualitativ ausgewertet. Dabei zeigte sich, wie eng die vier Bereiche miteinander verbunden sind: Besonders wichtig sind verlässliche und wertschätzende Beziehungen, Vertrauen, verständliche Kommunikation auf Augenhöhe, ausreichend Zeit und eine passgenaue Unterstützung. Ebenso spielen Beteiligungsmöglichkeiten, klare Absprachen und transparente Entscheidungen eine wichtige Rolle.
Auf Grundlage der Ergebnisse wurde der Fragebogen deutlich gekürzt, sprachlich angepasst und um zielgruppengerechte Fragen sowie Freitextfelder ergänzt. In einem Pretest in den Wohngruppen und der Tagesgruppe wurden Verständlichkeit, Antwortskala und Gestaltung überprüft. Die Rückmeldungen der Adressat*innen flossen direkt in die weitere Überarbeitung ein.
Gleichzeitig entstand ein „roter Faden“ für den zukünftigen Befragungsprozess. Denn die Befragung soll nicht bei Zahlen und Ergebnissen enden: Teams formulieren künftig zunächst eigene Annahmen, überprüfen diese mithilfe der Befragung und reflektieren die Ergebnisse anschließend gemeinsam mit Adressat*innen und Fachkräften. So sollen konkrete Impulse für die pädagogische Praxis entstehen.
Dieses Vorgehen wurde bereits in zwei Workshops mit Fachkräften erprobt. Fragebögen, Auswertungshilfen, Ergebnisberichte, Handlungsleitfäden und weitere Materialien unterstützen künftig die Umsetzung in den Abteilungen.
Die nächste Klient*innen-Zufriedenheitsbefragung ist für Februar 2027 geplant. Die Ergebnisse sollen in Leitungsrunden, Teamberatungen und gemeinsam mit den Adressat*innen ausgewertet werden. So wird die Befragung zu einem wiederkehrenden Instrument, das Beteiligung stärkt, unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht und die kontinuierliche Qualitätsentwicklung im JEH unterstützt.
Ein herzlicher Dank gilt allen Adressat*innen, Fachkräften und beteiligten Kolleg*innen für ihre Offenheit, Zeit und Mitarbeit. Besonderer Dank gilt Debora D’Apice und Hannes Möller für die professionelle Zusammenarbeit und die gelungene Verbindung wissenschaftlicher Ansprüche mit den Anforderungen der Praxis.
Kontakt zu uns
Karin Leonhardt
Geschäftsbereichsleiter*in Jugend- und Erziehungshilfeverbund